Ökotourismus – nachhaltig Reisen auf allen Ebenen

Die Welt entdecken, ohne ihr Schaden zuzufügen. Neue Kulturen kennenlernen, aber die lokale Bevölkerung nicht ausbeuten. Wirklich authentisch reisen. Immer mehr Menschen wollen genau das auf ihren Reisen. Begriffe wie Slow Travel, sanfter Tourismus oder eben auch der Ökotourismus boomen und sind in aller Munde. Aber was ist das überhaupt? Wir geben dir eine kleine Übersicht über die immer wichtiger werdende Reiseform, wie und wo du sie umsetzten kannst und was genau du eigentlich damit bewirkst.

Was ist Ökotourismus überhaupt?

Ein natur- und sozialverträglicher Tourismus. Ökotourismus bedeutet, nachhaltig und verantwortungsbewusst zu reisen. Dabei geht es sowohl um die Umweltfreundlichkeit als auch um möglichst geringe negative Auswirkungen für die lokale Bevölkerung. Im besten Falle gehen also die Einnahmen der Reise nicht an riesige, internationale Unternehmen, sondern an die Bewohner*innen der Destination. Außerdem soll mit einem ökologischen Tourismus der Schutz der Natur finanziert werden.

Ökotourismus sollte also idealerweise dazu beitragen, dass die Reiseziele langfristig eine stabile Einnahmequelle bekommen, die Lebensqualität der Einheimischen gesichert oder sogar verbessert wird und zugleich natürliches und kulturelles Erbe erhalten wird.

Wo gibt es Ökotourismus?

Prinzipiell kann ein ökologischer Tourismus überall praktiziert werden. Die Zahl der Reiseländer, in denen Ökotourismus oder auch Sanfter Tourismus als Reiseform angeboten wird, ist in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen und wächst immer weiter. Es gibt aber Destinationen wie zum Beispiel Costa Rica, die durch ihren besonderes Fokus auf Ökotourismus herausstechen. Durch das riesige Nationalparksystem, die Entwicklung etlicher Schutzgebiete und das starke Anstreben nachhaltiger Praktiken wird er dort erheblich gefördert.

Die Chumbe Island, eine kleine, private Koralleninsel im indischen Ozean, ist ein Paradebeispiel für Ökotourismus. Dieser finanziert hier den Meeres- und Waldschutz. Ziel der Investition war von Anfang an ein ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltiges Management. Grundlage dessen sind die sieben Bungalows, die auf der Insel klimaneutral gebaut und nun vermietet werden. Diese Öko-Lodges bieten Beschäftigungsmöglichkeiten für Einheimische und sichern zugleich die Finanzierung der Nicht-Regierungs-Organisation.

die Öko-Lodges auf Chumbe Island, Tansania

Bringt Ökotourismus wirklich was?

Definitiv. Schauen wir uns sich beispielsweise den Nationalpark Ankarafantsika in Madagaskar an. Die Schildkröten, die dort leben, sind vom Aussterben bedroht und wurden fast vertrieben. Verarmte Reisbauern nutzen die Savannen- und Waldgebiete als Quelle für ihr Wasser und das Brennholz und machten damit den Lebensraum der Schildkröten langsam kaputt. Dank der Einführung des Ökotourismus und der Urlauber, die Eintritt für den Naturpark und dessen wunderbare Flora und Fauna zahlen, konnte sich der Bestand jedoch erholen. Die Reisbauern sind nun als Touristenführer angestellt und die Einnahmen kommen dem Naturschutz und weiteren sozialen Projekten zugute.

Welche Anbieter sind ökotouristisch aufgestellt?

Eine ganze Menge. Reiseveranstalter wie Wikingerreisen oder renatur bieten Wander-, Natur- oder auch Erlebnisreisen mit ökologischem und naturnahem Fokus an. Aber auch socialbnb fährt genau dieses Konzept: eine Reise, die nicht nur sozial, ökonomisch und ökologisch nachhaltig ist, sondern auch ein authentisches Reiseerlebnis für die Reisenden bietet. Bei der Buchung kannst du explizit darauf achten ein Projekt auszuwählen, bei der du mit deiner Übernachtung Umwelt-, Natur- oder auch Tierschutz unterstützt. Wenn du noch mehr über die Ziele und das Konzept von socialbnb erfahren möchtest, kannst du dich hier durchlesen!

Hast du beispielsweise Lust auf eine Reise nach Peru, kannst du in dieser Unterkunft in der Nähe von Puerto Maldanado durch deine Übernachtung den Schutz der Wälder (durch Ausbildungs- und Erhaltungsprogramme) unterstützen. Die Kawsay biological station ist eine Organisation, die sich dem Schutz und Erhalt des Regenwaldes gewidmet hat. Mit Forschung, Bildung und Ökotourismus wollen sie das möglich machen; so bekommen Tourist*innen, Praktikant*innen, Volunteers oder Forscher*innen dort die Möglichkeit, Wissenschaft hautnah zu erleben.

die Kawsay Biological Station in Peru

Wenn es dich eher in den Vietnam zieht, wäre eine Übernachtung in den Räumlichkeiten des Nui Tong Education Projects eine Idee. Damit würdest du explizit den Ökotourismus vor Ort sowie nachhaltige Landwirtschaft unterstützen. Mithilfe der Organisation lernen einheimische Kinder, nachhaltig und biologisch landwirtschaft zu betreiben, Englisch zu sprechen oder zu kochen. Sie werden darüber hinaus beispielsweise zu Touristenführer*innen ausgebildet; dadurch haben sie eine gesicherte Zukunft.

Oder möchtest du vielleicht lieber in Europa bleiben? Dann buch dir deinen Schlafplatz in Tinos Eco Lodge in Griechenland. Ziel des Projektes ist ein umweltfreundlicher Tourismus- also Ökotourismus. Dazu nutzt die Organisation nicht nur erneuerbare Energien wie Sonne und Wind, sondern filtert beispielsweise Regenwasser für die Wasserversorgung. Für den Bau der Unterkünfte werden lokale Produkte und Materialien verwendet; zusätzlich dazu wird sehr auf ein möglichst geringes Abfallaufkommen geachtet.

Das Eco Lodge auf Tinos, Griechenland

Wenn dich das Reisefieber jetzt gepackt hat und du richtig Lust auf einen Trip ganz im Sinne des Ökotourismus bekommen hast, dann findest du hier noch viele weitere Unterkünfte, bei denen deine Buchung einen Mehrwert stiftet und du gleichzeitig die vielleicht authentischste Reiseerfahrung deines Lebens machst!