Happy ohne Handy – Digital Detox auf Reisen

4 Stunden 37 Minuten –

…das ist nicht die Zeit, die ich mit Freunden verbringe, arbeite, Sport treibe oder den Haushalt mache. Das ist die Zeit, die ich meistens pro Tag am Handy verbringe. Manchmal klappts auch mit weniger Zeit, dank Zeitsperren für einige Apps. Einen Tag habe ich auch mal ganz Handyfrei gemacht. 24 Stunden ohne Handy juhuu, trotzdem ne echte Challenge, man fühlt sich irgendwie leer und gelangweilt. Diese Entzugssymptome sprechen ja für sich.

Dann auf meiner letzten Reise, auf die schöne griechische Insel Rhodos, funktionierte das WLAN nicht. Meine Reisebegleitung bekam direkt schlechte Laune und war verärgert über das Hotel. Ich sagte, dass wir trotzdem einen schönen Urlaub haben werden- eben einen Digital Detox-Urlaub. Etwas ungewohnt war es schon, nicht schnell nachschauen zu können wie das Wetter morgen wird oder auf Google Maps für die Restaurantauswahl zu nutzen. Morgens nicht direkt den ersten Blick auf das Handy zu richten und abends nicht den letzten Blick vor dem Einschlafen – zuerst echt Gewöhnungsbedürftig, nach einiger Zeit aber auch echt entspannend. Mir wurde bewusst, dass ich die meisten der „News“ eigentlich gar nicht brauche.

Was ist Digital Detox denn überhaupt?

Wörtlich übersetzt bedeutet Digital Detox soviel wie „digitale Entgiftung“, also das Auszeit nehmen von digitalen Medien. Währenddessen legst du dein Smartphone oder deinen Laptop beiseite oder verzichtest auf deine Streamingdienste. Du entziehst dich ganz bewusst der stetigen Erreichbarkeit und einer ständigen Vernetzung und fokussierst dich auf dein Leben im hier und jetzt. Du nimmst dein ‚echtes Leben‘; deine Umwelt und deine Mitmenschen viel bewusster war.

Digital Detox auf Reisen

Ohne Internet habe ich eine andere Reiseerfahrung gemacht als mit. Ich war offener für die Umgebung, da ich nicht die ganze Zeit auf das Handy geschaut habe. Man sieht das Umfeld, beobachtet Tiere und Menschen. Man hört die Geräusche und Stimmen. Man ist wirklich vor Ort und nicht in einer virtuellen Scheinwelt.

Mein Handy hab ich trotzdem mitgenommen, aber ich habe weniger und bewusster Fotos gemacht. Nur ein paar Fotos von tollen Motiven, die ich ausdrucken und in mein Fotoalbum kleben will – ganz Oldschool.

Gerade, wenn du im Urlaub bist, geht es dir doch vornehmlich darum, den Alltagsstress hinter dir zu lassen, die Arbeit mal zu vergessen oder komplett abzuschalten. Im Gegenzug möchtest du vielleicht auch eine neue, dir noch unbekannte Destination entdecken, Landschaften und lokales Essen genießen oder neue Kulturen kennenlernen. Geht all das nicht viel besser, wenn du dein Handy nicht die ganze Zeit bei dir hast?

Natürlich muss man einige Gewohnheiten ändern und sich, wie Ina auch, erst einmal an gewisse Situationen gewöhnen, in denen man normalerweise das Handy zückt. Aber es gibt unzählige gute Gründe, den Schritt zu wagen- du kannst ja selbst entscheiden, wie lange du deinen Digital Detox durchziehen möchtest.

Vielleicht versucht ihr das auf eurer nächsten Reise auch mal. Es muss ja auch nicht gleich die ganze Reise und das komplette Smartphone sein, ein Tag ohne Internet reicht für den Anfang ja auch schon.

Tipps für deine Digital Detox-Reise

Reiseführer statt Google Maps.

Du findest die kleinen Bücher in jedem Buchladen oder beim ADAC. Dort findest du sehr viele nützliche und spannende Infos über deine Destination, die du vielleicht bei Maps so gar nicht erfahren hättest. Und das beste daran: Offline-Reiseführer brauchen kein LTE-Netz! Wenn du keine Lust hast, dir einen neuen Reiseführer zu kaufen, gibt es natürlich auch noch die Möglichkeit, einfach Locals zu fragen- denn die wissen in der Regel eh am besten über ihren Wohnort Bescheid. Wenn du bei socialbnb eine Unterkunft buchst, ist der Kontakt zu Locals beispielsweise automatisch hergestellt und du bekommst ganz easy individuelle Tipps für dein Reiseziel.

Kamera statt Handy.

Klar kannst du, wie Ina es auch gemacht hat, einfach deine Handykamera bewusst nutzen und das Internet abschalten, um offline zu sein. Wenn du aber so richtigen, hundertprozentigen Digital Detox Urlaub machen möchtest, nimm eine kleine Digitalkamera oder eine Einwegkamera mit. Die haben erstens keinen unbegrenzten Speicher, sodass du deine Fotos viel ausgewählter schießt, und irgendwie ist es doch auch ein wenig Nostalgie, oder? Und am Ende kannst du ein Fotoalbum anlegen und noch Jahre später in Erinnerungen schwelgen.

Postkarten statt Insta-Stories.

Wenn du deine Familie und deinen Freunden aus deinem Urlaub teilhaben lassen willst, machst du normalerweise wahrscheinlich ein paar Instagramstories, postest etwas auf Facebook oder schickst ein paar Fotos per Whatsapp. Aber wie wäre es denn mal wieder mit ein paar Postkarten? Es müssen ja nicht die klassischen vier Bilder auf einer Karte sein- in vielen Örtchen gibt es auch kleine Läden mit Karten im Polaroidformat. Oder du druckst bereits im Urlaub ein paar deiner selbstgeschossenen Fotos aus und verschickst diese dann als deine eigenen Postkarten- persönlicher geht es doch eigentlich kaum!

Wenn dich das Thema interessiert, lies dir auf jeden Fall diesen Blogbeitrag durch- bei dieser Fahrradtour war Internet nämlich auch eine Seltenheit!