8000 Km, vier Fahrräder, ein Ziel – Bicionarios

„Unsere Leidenschaft ist die Beratung und der Aufbau innovativer sozialer Initiativen.“ – das sagen die vier Jungs, die Bicionarios gegründet haben. Sie sind 8000 Kilometer durch Südamerika geradelt und haben auf ihrem Weg viele coole Projekte besucht – darunter auch socialbnb’s. In Südamerika befinden sich sechs der 20 wenigst-gleichberechtigten Länder der Welt, aber es gibt auch außergewöhnliche Leader, die anonym arbeiten und Initiativen ins Leben rufen. Diese Initiativen und Projekte sollen dazu beitragen, die Ungleichheiten in den Ländern zu beseitigen.

Bicionarios möchte die Ideen dieser Projekte stärken, ihre Kontinuität fördern und Erfahrungen von Personen unterstützen, die dort an der Basis entstehen.

Wir haben Serjio ein paar spannende Fragen gestellt und interessante Antworten über Bicionarios und die Reise durch Südamerika bekommen. Scroll dich durch und erfahre mehr!

Wie seid ihr auf die Idee mit Bicionarios gekommen?

„Ein Freund und ich haben gemeinsam an einem Projekt gearbeitet, bei dem wir NGOs zu Themen wie Strategie, Projektmanagement und Projektpräsentation beraten haben. Auf diese Weise sind wir in den sozialen Sektor gerutscht. Wir waren beeindruckt von dem, was solche Projekte erreichen und was sie mit wenigen Mitteln alles schaffen.“

Auch wenn dieses Arbeitsprojekt nicht weitergeführt wurde, hatten Serjio und sein Freund Nicolas immer noch das Interesse, in den sozialen Bereich zurückzukehren.

In einem einfachen Gespräch kam die Idee auf, mit dem Fahrrad durch Südamerika zu fahren und Ideen mit Projekten auszutauschen. Langsam aber sicher wurde aus diesem kurzen Gespräch die Realität.

Ein Freund von Serjio (Hugo) wollte mitmachen, weil er ein großes Potenzial für die Kommunikation und den Austausch des gesamten Projekts mithilfe von Fotografie und sozialen Medien sah. Er brachte Miguel mit, der sich fürs Filmen interessierte. Die vier Männer planten ihre Reise fast zwei Jahre lang, bevor sie schließlich aufbrachen.

„Die Idee war immer, den NGOs nichts in Rechnung zu stellen, sondern einen Austausch auf der Grundlage der Prozeduren an diesen Orten zu gestalten: mit Freiwilligenarbeit oder so. Wir haben also erst als Freiwillige dort gearbeitet, bevor wir mit den eigentlichen Aufnahmen begonnen haben. Wir wollten die Realität in den Projekten miterleben, um uns bewusster zu werden, was wir später mit der Welt teilen würden. Nachdem wir als Freiwillige dabei waren, haben wir mit den Aufnahmen gestartet. Das gesamte Material, was während der Zeit entstanden ist, haben wir den Organisationen kostenlos zur Verfügung gestellt. Wir wollten lediglich Essen und eine Unterkunft für die Zeit haben.“

Die vier Männer verbreiteten ihren Content nicht nur über die sozialen Medien. Sie haben viele Schulen und Universitäten besucht und sprachen mit den Studenten. Aber es gab auch Fernsehbeiträge, Zeitungsartikel und Radiointerviews. Nur durch so viele verschiedene Medieneinsätze hatten sie die Möglichkeit, super viele Menschen zu erreichen und zu begeistern.

Gib uns doch mal eine kleine Übersicht- wo seid ihr überall langgeradelt?

„Zuerst sind wir in den Osten Kolumbiens gefahren und blieben zwei Wochen lang in Bogota. Das war eine Art „Probelauf“, wo wir die Angst vor dem, was auf uns zukam, verloren haben. Wir haben festgestellt, dass die Projekte, in denen wir untergebracht waren, uns wirklich willkommen geheißen haben.

Danach fuhren wir nach Süden und blieben die meiste Zeit auf der panamerikanischen Straße. Von hier aus ging es direkt in die Anden. Wir sind fast die ganze Strecke über in den Bergen gewesen.“

Auf ihrer Reise durch Bolivien haben die vier Männer die Fundacion Renace besucht, die auch ein socialbnb ist. Das Ziel der Organisation: die Unterhaltung und der Schutz der einheimischen Kultur und auch der Natur ihrer Stadt- Sapecho. Wenn du eine Nacht in dieser Unterkunft buchst, finanzierst du genau das. Klicke hier, um mehr über die Mission und Umsetzung des Projektes zu erfahren.

„Von Kolumbien aus sind wir dann über Nariño nach Equador gefahren, dann an Quito vorbei und zur Küste. Nach der langen Zeit in den Bergen wollten wir unbedingt den Strand sehen. Danach sind wir in die Berge zurückgekehrt und sind durch ganz Peru bis nach Lima, radelten an der Küste entlang nach Süden und dann wieder in die Berge. Wir waren gerade auf dem Weg nach Argentinien, als sich Corona immer mehr ausbreitete und uns schließlich stoppte.“

Die vier waren fast 2 Jahre lang unterwegs. Manchmal blieben sie sich ein oder zwei Monate bei einem Projekt, wenn der Ort schön war und sie Internet hatten. In dieser Zeit arbeiteten sie an dem Content. Währenddessen bestand die Herausforderung oft darin, ein Gleichgewicht zwischen dem Erstellen des Contents („was sehr zeitaufwändig ist“, lacht Serjio) und der Arbeit und schließlich auch dem Aufbruch zu finden.

Was war dein persönliches Highlight während eurer Reise?

„Wir hatten die Gelegenheit, einen Monat lang bei einer Familie in Südkolumbien zu leben, was in vielerlei Hinsicht eine aufschlussreiche Erfahrung war. Vor der Tour hatten wir einen urbanen und schnellen Lebensstil. Als wir bei der Familie waren, lebten wir ein entschleunigteres Leben, was sich natürlich sehr von dem vorherigen unterschied. Das war cool. Was auch echt toll war, war wie die Familie so gut zusammenarbeitete. Du hast keine Geschlechterrollen erkannt. Sie waren einfach ein großartiges Team und eine Einheit.“

Wenn du die Reise wiederholen könntest: Was würdest du anders machen?

„Vielleicht etwas auf der Ebene der Interaktion während der Arbeit, zum Beispiel dass wir mehr miteinander reden und über unsere Gefühle und Emotionen sprechen. Es ist schwer was konkretes zu sagen, weil es immer mal wieder kleinere Dinge gegeben hat, die dann zusammenkommen, und diese kleinen Dinge hätten manchmal besser funktionieren müssen.

Und noch was anderes: Ich würde nicht aufhören, bei einem bestimmten Projekt zu leben, bis wir den gesamten Content für die Zeit fertiggestellt haben. Wir haben das manchmal anders gemacht und am Ende haben sich immer höhere Berge von Arbeit aufgetürmt – also ja, das ist mein Learning.“

Was sind eure Pläne für die Zukunft? Plant ihr, die Reise noch fortzusetzten?

„Jeder von uns ist im Moment in einem anderen Land und hat andere Pläne. Aber wir waren schon früher an dem Punkt wo wir gesagt haben dass, wenn wir jemanden finden, der das Projekt mit demselben Spirit weiterführen will, wir das Projekt gerne übergeben würden. Das Problem ist, dass es echt schwer ist, jemanden zu finden.

Wir möchten die Essenz des Projekts aufrechterhalten und uns nicht auf die großartigen Erlebnisse der Reise konzentrieren, sondern auf die Geschichten und die Leiter der Projekte. Sie haben wunderbare Ideen, aber niemand kriegt etwas davon mit. Letztendlich war das Ziel der Reise, zu erkennen, dass es Lösungen für die sozialen Herausforderungen in solchen Ländern gibt. Und diese Lösungen können von den Locals kommen und nicht immer unbedingt von Ausländern.

Wir alle diskutieren jeden Tag darüber, was es für Lösungen und Alternativen zu Themen wie Gleichberechtigung, sozialen und wirtschaftlichen Belangen, Umweltschutz usw. geben kann, aber die Projektleiter haben solche Ideen bereits und legen supercoole Alternativen dar, die auf lokaler Ebene entstanden sind. Und diese Stimmen zu laut zu machen und den Locals mehr Gehör zu verschaffen hilft allen, in solchen Themen Lösungen zu finden.“

Wow – super inspirierend, oder? Wenn dich jetzt das Fernweh gepackt hat und du auch Südamerika mit all den tollen Menschen, der Natur und der Kultur erkunden möchtest, dann schau dir doch mal ein paar socialbnb’s an. In einem der socialbnbs zu übernachten garantiert dir nicht nur, die Menschen vor Ort kennenzulernen und eine authentischen und abenteuerliche Reiseerfahrung zu haben, sondern schafft auch einen großen Mehrwert und einen Tourismus, von dem jede*r etwas hat!

Falls du lieber noch ein paar Stories über Reisen mit dem Fahrrad haben willst, lies dir doch diesen Blogbeitrag durch. Hier berichtet Melina aus dem Team von ihrer Fahrradreise durch Skandinavien- als komplett unerfahrene Animateurin!