6 Tipps für deine nächste Fahrradreise

„Pläne sind zum ändern da“ oder „Erstens: es kommt immer anders, Zweitens „als man denkt“… Das waren Sprüche, die uns im Sommer 2019 auf unserer Fahrradtour täglich begleitet haben. Damals habe ich mit meiner Cousine und meiner Schwester eine 17-tägige Radtour durch Skandinavien gemacht. Wir waren und sind absolut keine Radprofis und haben die ganze Reise ziemlich Low-Budget geplant, sind aber trotzdem alle der Meinung, dass es eine der besten Reisen unseres Lebens war. Mit ein bisschen mehr Vorabwissen wäre das ganze aber vielleicht noch besser geworden. Deswegen haben wir hier ein paar Tipps für deine eigene Radtour, damit sie auch zu einem unvergesslichen Erlebnis werden kann!

wasserfestes Zubehör.

Camping in Schweden.

Auch wenn wir im Sommer durch Schweden und Finnland gefahren sind, konnte man sich nie ganz auf die Wettervorhersage verlassen. Unsere Fahrradtaschen waren, genau wie unser Zelt, leider nicht besonders wasserdicht, so dass wir am zweiten Tag nach einem kurzen, aber sehr starken Regen in feuchten Schlafsäcken und Klamotten liegen mussten. Also lieber ein paar Euro mehr ausgeben, denn in trockenen Klamotten schläft und fährt es sich doch viel besser.

rechtzeitig buchen.

Wir sind nicht den ganzen Weg mit dem Fahrrad gefahren, sondern Teilstrecken mit dem Zug, der Fähre oder dem Bus. Wir haben die Sachen etwa drei Monate im Voraus gebucht. Natürlich kann man es auch spontaner machen, aber gerade bei der Buchung von Zügen und Bussen muss man bedenken, dass man auch separate Tickets für die Fahrradmitnahme braucht – die wir nicht gekauft haben. Leider ist uns das erst am Abend vor der Abreise aufgefallen, und natürlich waren einige Züge in Sachen Fahrräder schon voll besetzt. Wir sind dann trotzdem (illegalerweise mit unseren Rädern) mitgefahren und zum Glück bis Malmö durchgekommen, aber den Nervenkitzel hätten wir uns gerne erspart!

spontanität.

der private See unserer schwedischen Helferfamilie.

Auf unserer Radtour ist selten etwas so gelaufen, wie wir es geplant haben. Natürlich ist Planung wichtig, aber manchmal lässt sie sich nur bedingt umsetzen. Von einer versehentlichen Übernachtung auf einem der größten Friedhöfe Schwedens bis zum Verpassen eines Busses, der uns auf die andere Seite Schwedens bringen sollte, war so ziemlich alles dabei. Aber hätten wir den Bus nicht verpasst, hätten wir nicht ein superliebes schwedisches Pärchen kennengelernt, bei denen wir übernachten durften, morgens in ihrem privaten See geschwommen sind und dann gemeinsam mit den Schweden gefrühstückt haben, und die beiden haben uns auch noch mit dem Auto ungefähr dorthin gefahren, wo wir eigentlich mit dem Bus hinwollten. Durch die, sagen wir mal, „erzwungene Spontaneität“, die wir beweisen mussten, erlebten wir eine bemerkenswerte Gastfreundschaft, von der wir noch heute bei jedem Treffen schwärmen.

campingkocher.

Wissen, wie man Feuer macht kann sehr hilfreich sein, um seine nassen Schuhe zu trocken.

Man sollte meinen, dass das offensichtlich ist. Aber wir wollten nicht noch mehr Geld für zusätzliche Utensilien ausgeben und dachten, wir kämen zwei Wochen lang ohne Herd aus. Weit gefehlt, denn wir ernährten uns entsprechend überwiegend von billigem Weißbrot und Müsli. Erstens ist das nicht sehr nahrhaft und zweitens hatten wir schon nach einer Woche die Nase voll von dem Brot. Und nach den heftigen Regenschauern zu Beginn der Radtour wäre eine warme Mahlzeit sicher besser gewesen als eine Scheibe feuchtes Brot mit ein wenig Käse.

die kleinen Dinge.

Dinge wie Sonnencreme oder Mückenspray sind super wichtig, aber wenn du mit einem Zelt unterwegs bist oder auch einfach nicht ganz so hochwertige Camping- und Fahrradausrüstung hast, solltest du auf jeden Fall Nähzeug und/oder Panzertape dabei haben! Wir haben unser Zelt unterwegs bestimmt zwei Mal nähen (oder tapen) müssen und die Fahrradtaschen mussten auch ein paar mal geflickt werden. Natürlich sollte auch eine kleine Reiseapotheke und ein Flickzeug für das Fahrrad nicht fehlen, außerdem sollte man an ein Messer (am besten ein Multifunktionsmesser), eine Taschenlampe und einen Teller und/oder eine Schüssel denken. Was wir sehr zu schätzen gelernt haben, war unsere Wäscheleine. Vor allem, wenn man länger als ein oder zwei Tage unterwegs ist, wäscht man seine Kleidung – und dann braucht man etwas, wo sie trocknen kann!

biologisch abbaubares Waschzeug.

Anknüpfend an den letzten Punkt: Wenn du deine Kleidung unterwegs waschen willst, bist du vielleicht in der Wildnis, wo du nicht unbedingt einen Waschsalon findest. Die Seen in Schweden und Finnland sind meist sehr sauber, so dass es für uns kein Problem war, unsere Kleidung darin zu waschen – mit biologisch abbaubarem Waschmittel. Wir hatten auch Zahnpasta ohne Mikroplastik dabei, weil wir natürlich auch in der freien Natur unsere Zähne geputzt haben. Außerdem solltest du eine Flasche umweltfreundliches und biologisch abbaubares Shampoo einpacken, damit du dich mit einem schönen Bad in einem See oder einem kleinen Fluss frisch machen kannst!

ein Reisetagebuch.

Kein Überlebenstipp, aber dennoch ziemlich bereichernd: Wir haben von Anfang an jeden Tag unserer Reise in einem kleinen Tagebuch festgehalten und spätestens am Abend oder auch zwischendurch in kleinen Pausen grob unsere Erlebnisse notiert. Danach haben wir Fotos, die Zugtickets, schwedisches Geld und ähnliches eingeklebt. Noch heute schaue ich mir das Buch gerne an und schwelge in Erinnerungen. Ohne das Aufschreiben hätten wir sicher viele kleine, aber schöne Momente längst vergessen.


Wir hoffen, diese amateurhaften, aber sicher sehr hilfreiche Tipps haben dir ein bisschen weitergeholfen. Falls du noch Fragen oder Ideen hast, schreib uns gerne in unseren Instagram DM’s!

von Melina Franke